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Tapezieren für Anfänger (01.09.2004)






Manche Leute leben lieber mit rohen Wänden, als sich aufs Tapezieren einzulassen. Dabei braucht es nur ein bisschen Präzision, Geduld und die Lust am Matschen mit Kleister.

Erfolgreiche Heimwerker mögen es nicht gern zugeben, zeichnen sich aber immer dadurch aus, dass sie wissen, wen sie fragen müssen, wenn sie nicht weiterkommen. Leider ist die Beratungskompetenz in den Bielefelder Baumärkten ebenso wie die Qualität der Produkte bei ähnlichen Preisen unterschiedlich ausgeprägt. Es schadet nichts, sich vorab umzuhören, welche Erfahrungen Freunde und Bekannte bei ihrer letzten Renovierung gemacht haben. Der schlimmste Besserwisser kann ein wertvoller Informant sein – man muss ihn bei der Arbeit ja nicht um sich haben.

Die Ausstattung: Die Wunschtapete, Tapeziertisch, Tapetenmesser, Kleister, Eimer, Quast, Bürste, Andruckrolle, Cutter, Zollstock, Senklot, Wassereimer, Spüli, Sprühflasche, Spachtel, Leiter.


Tipp Nr.1: Runter mit den alten Dingern

Bevor die eigentliche Arbeit beginnt, muss der Untergrund vorbereitet werden. Alte Tapeten sind so gründlich wie möglich zu entfernen. Das kann Zeit kosten. Aus unerfindlichen Gründen fallen einem Tapeten an mancher Stelle fast entgegen, während sie sich an anderen Stellen selbst mit handelsüblichen Tapetenlösern nur Fitzel für Fitzel von der Wand kratzen lassen. Im allgemeinen reicht es, die alten Tapeten mit einer Mischung aus Wasser und Spüli zu besprühen und die Feuchtigkeit einziehen zu lassen. Nach einigen Minuten sollte sich die Tapete dann auf jeden Fall mit einem Spachtel entfernen lassen.


Tipp Nr.2: Die Wand vorbereiten

Wenn sich die Wände darunter sehr trocken anfühlen, ist es möglicherweise hilfreich, sie mit einer dünnen Kleistermischung vorzustreichen. Kleister gibt es in verschiedenen Varianten für Papier-, Rauhfaser-, Spezial-, Vinyl- und Textil-Tapeten. Als nächstes wird die Höhe der Wände an mehreren Stellen abgemessen. Mit einem Sicherheitszuschlag von zehn Zentimetern sollten die Bahnen passen. Die Tapete wird auf dem Tapeziertisch ausgerollt, die erste Bahn gemessen, markiert und an der Markierung umgeschlagen, um sie dann mit dem Tapeziermesser zu trennen. Die weiteren Bahnen werden nach Vorlage der ersten abgemessen und auf die gleiche Weise von der Rolle getrennt.

Auf den Rückseiten der abgeschnittenen Bahnen mit dem Quast reichlich Kleister auftragen und die Bahn zum Einweichen oben und unten zur Mitte einklappen, so dass die gekleisterten Flächen aufeinander liegen. Die Ausnahme sind Vliestapeten – hier kommt der Kleister nur auf die Wand.


Tipp Nr.3: Vom Fenster weg tapezieren.

Tapeziert wird immer in Richtung des größten Lichteinfalls in den Raum, also vom Fenster weg. Auf diese Weise können leichte Überlappungen später keine Schatten werfen. Die hohe Kunst des Tapezierens besteht darin, die Tapetenbahnen so zu kleben, dass sie sich auch noch leicht berühren, wenn sich die Ränder beim Trocknen etwas zurückgezogen haben.


Tipp Nr.4: Die erste Bahn lotrecht kleben.

Sind die Tapeten gründlich eingeweicht, wird die erste Bahn am besten mit einem Senklot zur Orientierung geklebt. Das besteht aus einem Gewicht an einer Schnur, zur Not tut es auch die Küchenschere an einer Wollstrippe. Die obere eingeklappte Seite wird aufgeklappt, die Bahn angelegt und ausgerichtet. Wenn sie oben richtig sitzt, lässt sich der untere Teil leicht aufziehen und fällt in die richige Lage. Dann wird jede Bahn mit der Tapezierbürste von der Mitte nach außen angestrichen.


Tipp Nr.5: Nischenstücke vorher zuschneiden

Tapetenstücke für Nischen und Türrahmen werden vor dem Kleistern passend zugeschnitten. Überstehende Teile können mit Spachtel oder Cutter abgeschnitten werden. Die frisch tapezierten Flächen sollten nicht zu schnell und vor allem gleichmäßig trocknen, Zugluft sowie starkes Heizen können zu unliebsamen Effekten führen.

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