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Freie Scholle ausgezeichnet (04.05.2005)



Am 22. April haben die Bertelsmannstiftung und das Kuratorium Deutsche Altenhilfe (KDA) der Bielefelder Baugenossenschaft »Freie Scholle« im Umweltforum Berlin den ersten Preis des »Werkstatt-Wettbewerbs Quartier« überreicht

(Freie Scholle) Am 22. April haben die Bertelsmannstiftung und das Kuratorium Deutsche Altenhilfe (KDA) der Freien Scholle im Umweltforum Berlin den ersten Preis des »Werkstatt-Wettbewerbs Quartier« überreicht. Der Wettbewerb fand im Rahmen des Projekts »Leben und Wohnen im Alter – Bedarfsgerechte Wohnmodelle für die Zukunft« statt, den das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), die Stiftung Liebenau (Meckenbeuren) und der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (Berlin) unterstützten.

Am bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sich insgesamt 85 Projekte beteiligt. Darunter waren zahlreiche beispielhafte Initiativen, die Wohnungsbau und das Angebot sozialer Dienste miteinander verknüpfen. Den ersten Preis verbunden mit einem Preisgeld von 10.000 Euro vergab das Preisgericht an das Nachbarschaftszentrum Meinolfstraße der Freien Scholle. In der gemeinsamen Pressemitteilung der Wettbewerbsveranstalter heißt es dazu: »Die Freie Scholle in Bielefeld zählt zu den ›Pionieren des Quartierskonzepts‹ und hat als Wohnungsunternehmen eine eigene Altenhilfe für und mit ihren Bewohnern aufgebaut.« Im Nachbarschaftszentrum sei dieser Ansatz auf ein städtisches Wohngebiet ausgedehnt und weitere Akteure wie die Wohlfahrtspflege und die Stadt seien einbezogen worden.


Baustein der Altenarbeit

Das Nachbarschaftszentrum ist ein Baustein innerhalb der Altenarbeit der Genossenschaft. Als erstes bundesdeutsches Wohnungsunternehmen überhaupt hatte die Freie Scholle 1988 mit dem Aufbau einer unternehmenseigenen Altenberatung begonnen. Damit wollte sie den Genossenschaftsmitgliedern auch bei Krankheit und Gebrechlichkeit eine eigenständige Lebensführung in ihrer vertrauten Umgebung ermöglichen. Die Angebote des Nachbarschaftszentrums orientieren sich ausdrücklich an den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner des Stadtteils. Deshalb werden die Angebote im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft laufend überprüft und gegebenenfalls an die Anforderungen angepasst.

Das Quartier rund um die Meinolfstraße war nach dem noch gültigen Altenhilfeplan der Stadt Bielefeld das Bielefelder Gebiet mit dem größten Mangel an Einrichtungen für ältere Menschen. Um diesen Strukturmangel zu beheben und um der ständig steigenden Nachfrage nach den Leistungsangeboten der Altenberatung und –betreuung der Baugenossenschaft Freie Scholle und des Freie Scholle Nachbarschaftshilfevereins nachzukommen, entwickelte die Genossenschaft in der Arbeitsgemeinschaft Meinolfstraße zusammen mit Arbeiterwohl-fahrt, Evangelischem Gemeindedienst und die Stadt Bielefeld für ihr größtes Siedlungsgebiet das Konzept des Nachbarschaftszentrums Meinolfstraße.


Herz des Zentrums

Dieses Konzept setzte die Freie Scholle von 1995 bis Ende 1999 in zwei Bauabschnitten um. Insgesamt entstanden hier 89 barrierefreien Wohnungen, zwei betreute Wohngruppen, eine Gästewohnung, drei Arztpraxen, eine Praxis für Ergotherapie sowie gewerbliche Einrichtungen. Das Herz des Zentrums bilden die sozialen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, des Evangelischen Gemeindedienstes und des Vereins Freie Scholle Nachbarschaftshilfe. Die Er-richtung dieses Bereiches wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.