Webwecker Bielefeld: postmeisterweiter02

Laut gegen rechts (Teil 2)



Für einige Aufregung sorgte die Nachricht, dass die Rechtsextremen eine Demonstration vor dem ArbeiterInnen-Jugendzentrum AJZ anmelden wollten. Die Polizei verhinderte dies aber dadurch, dass sie die Rechten im Postmeister quasi unter Hausarrest stellte. Der Hinweis auf die nötigen Schritte für die Genehmigung einer solchen Demonstration brachte sie zudem von ihrem Vorhaben ab. »Wir haben ihnen gesagt, dass sie sich an die Gepflogenheiten halten müssen, zum Beispiel, dass ein Verantwortlicher zu Kooperationsgesprächen ins Polizeipräsidium kommen muss«, so ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben gab es - anders als nach der Demonstration im März - auch nach der Kundgebung keine besonderen Vorkommnisse. Damals hatten Neonazis vor dem AJZ und am Bahnhof mutmaßliche AntifaschistInnen angegriffen. Deshalb erging am Dienstag auch die dringende Aufforderung der Veranstalter an die Kundgebungsteilnehmer, den Kesselbrink nur in Gruppen zu verlassen.

Die Proteste gegen den »Postmeister« werden nach Angaben von »Courage gegen Rechts« weitergehen. So stellte die Initiative gestern eine Postkartenaktion vor. Auf den Postkarten wird die Dortmunder Actien-Brauerei aufgefordert, die »Verträge mit dem Postmeister zu überdenken oder entsprechend Druck auszuüben«. Die Beteiligung an der Aktion mit dem Titel »Dem Postmeister das Bier abdrehen« ist in Kürze auch über das Internet möglich. (http://www.antifa-west.org) Die nächste Demonstration findet am 13. Mai statt, das Motto sollen die 80er Jahre sein. Damals war es AntifaschistInnen gelungen, die inzwischen verbotene Nationalistische Front aus einem Haus in der Bleichstraße zu vertreiben.